Schminken oder nicht schminken – oder, noch besser: Wie schminke ich mich ab 50? Muss ich mich überhaupt schminken und was bringt es mir? Das sind alles sehr gute Fragen und fast jede Frau setzt sich irgendwann damit auseinander.
Make-up war schon sehr früh in meinem Leben eine Leidenschaft. Ich habe mit 12 Jahren eine Red Door Schminkbox von Elizabeth Arden geschenkt bekommen und habe Stunden um Stunden damit verbracht, jedes Produkt darin an mir auszuprobieren. Viele Jahre später habe ich in London eine Ausbildung gemacht und danach mein Wissen, Tricks und Tipps an Kundinnen weitergegeben. Schminken ist kein Muss, aber wie genial ist es, wenn man Werkzeuge zuhanden hat, um jeden Tag das Beste herauszuholen und voller Freude in den Tag zu schreiten?! Ich bin selber Ü60 somit kenne ich mich höchstpersönlich mit Trockenheit aus oder eine Haut dessen Spannkraft ein bisschen nachlässt, geschweige denn hie und da ein Fältchen oder den neuen Altersflecken der aus dem Nichts erscheint. Kenn ich alles! Natürlich kann ich nicht zaubern, aber es ist immer wieder erstaunlich, wie man das Problem umgehen kann.
Der Ablauf der Schminkstunde
Wir verbringen zirka 75 Minuten miteinander, schauen uns zuerst die Schminktasche der Kundin an, ich berate, was nicht optimal ist und was hingegen sehr gut passt, und dann legen wir los, ganz nach dem Gusto der Kundin. Wollen Sie einen Tageslook? Gehen Sie zu einer Hochzeit und müssen Sie sich dort selbst schminken? Oder wollen Sie einen Tageslook, den man mit ein paar Handgriffen in einen Abendlook verwandeln kann? Haben Sie schon bestimmte Produkte ausprobiert, aber es hat nicht geklappt? Der Mascara bröckelt oder verklumpt, der Concealer legt sich in den Fältchen ab, und wo genau soll Sie das Rouge auftragen? Schritt für Schritt gehen wir es zusammen an. Ich mache es vor und die Kundin macht es auf der anderen Gesichtshälfte nach, bis wir am Schluss ein stimmiges Gesamtbild haben. Die Kundin soll strahlen!
Welche Produkte werden benutzt
BeautyBee benutzt viele verschiedene Produkte; viele davon wurden von mir persönlich getestet und für gut geheißen. Manche sind etwas teurer, aber meistens gibt es dazu ein preiswerteres Pendant, das ich gerne empfehle. Letztens hatte eine Kundin Produkte von Chanel dabei und als wir meinen Concealer von Elizabeth Arden verglichen haben – angereichert mit Hyaluronsäure – hat sie verstanden, warum Concealer nicht gleich Concealer ist. Texturen sind so wichtig, und den Unterschied kann man nur erkennen, indem man es mit eigenen Augen sieht. Genauso wie nicht jedes Produkt von MAC für reifere Haut ideal ist. Also benutzen wir eine breite Palette.
Oft ist weniger mehr, insbesondere bei reiferen Kundinnen. Lasst euch nicht von Instagram in die Irre führen. Was mit 20 oder 30 umwerfend aussah und absolut tragbar war, ist es mit Ü50 vielleicht nicht mehr, und das ist genau das, was wir miteinander herausfinden wollen. Das macht mir so viel Spaß, und dieses Gefühl soll sich auch auf die Kundin übertragen. Wir bauen Hemmschwellen ab und öffnen die Türen zu den Möglichkeiten.
Am Schluss werden alle benutzten Produkte auf ein Blatt übertragen und der Kundin mitgegeben, damit sie sich daran erinnern und bei Bedarf nachkaufen kann.
